Reden gegen Gott und die Welt Die Geschichte der Blasphemie

Kursgebühr:

8,00 €

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Die Todesdrohungen des iranischen Revolutionsführers Khomeini gegen den Schriftsteller Salman Rushdie 1989; der weltweite Protest gegen die Mohammed-Karikaturen der Zeitung Jyllands-Posten 2005; oder das Attentat auf die Redaktion der satirischen Zeitschrift Charlie Hebdo 2015 – in jüngerer Vergangenheit gab es einige globale Empörungswellen und Konflikte, in deren Zentrum angeblich gotteslästerliche Texte und Bilder standen. Die Geschichte der Blasphemie reicht allerdings viel weiter zurück, nämlich innerhalb des Christentums bis zum Gotteslästerungsverbot des alten Testaments. Der Vortrag verfolgt die wesentlichen Abschnitte dieser Geschichte von der Antike über das Mittelalter bis hin zur Moderne und versucht aufzuzeigen, wo ihre wesentlichen Wendepunkte liegen. Zudem gibt er Hinweise auf die Beziehung zwischen Christen, Juden und Muslimen. Obwohl wir uns heute sehr weit von einem älteren Verständnis der Blasphemie als Ehrverletzung Gottes entfernt haben, wird der Vorwurf der Herabwürdigung heiliger Dinge und Personen auch gegenwärtig immer wieder zur politischen Mobilisierung genutzt. Insofern erhellt die Geschichte der Blasphemie auch wesentliche gesellschaftliche Mechanismen der Gegenwart.

Dr. Gerd Schwerhoff forscht als Seniorprofessor für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der TU Dresden. Seine Bücher handeln von den Randfiguren der frühneuzeitlichen Gesellschaft - Kriminellen, Hexen oder Ketzern. Er veröffentlichte zuletzt u.a. "Verfluchte Götter. Die Geschichte der Blasphemie" (2021). Im Herbst 2024 erschien "Der Bauernkrieg. Geschichte einer wilden Handlung".

Der Vortrag findet nur online statt. Die Zugangsdaten erhalten Sie nach Anmeldung.

Kursleitung: Gerd Schwerhoff

Veranstaltungsort: Online

Ausführende vhs: vhs München Nord

Kursnr. 27-1809
Kurstermine
1
Termin

Mi. 09.12.2026 (19:30 - 21:00 Uhr)

Kursort Online
Dozent*in